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GEW für stärkere Erhöhung der Ausbildungs- und Einstellungszahlen

Nach der heutigen Sitzung der Expertengruppe zum langfristigen Lehrkräftebedarf in Sachsen-Anhalt rechnet die GEW auch weiterhin mit einer Verschlechterung der Unterrichtsversorgung. Grund sind nach wie vor hohe Abgangsraten in den nächsten Jahren. Auch an den Hochschulen müssen mehr dauerhafte und unbefristete Stellen geschaffen werden, um eine qualitativ gute Ausbildung der Lehrkräfte zu sichern.
In den Prognosen für die Einstellungsbedarfe listete der Bildungsminister vor zwei Wochen auf, dass allein an den Allgemeinbildenden Schulen in den nächsten Jahren jeweils durchschnittlich 700 Vollzeitstellen ersetzt werden müssen. Erst in zehn Jahren sinken die Schülerzahlen wieder leicht, dann aber auch mit einer zunehmenden Fehlerrate in der Prognose; andere Prognosen – etwa die heute bekanntgewordene Bertelsmann-Studie – sagen eine weiterhin deutlich steigende Schülerzahl voraus.

Nicht berücksichtigt ist, dass der Bedarf an Lehrkräften bereits im laufenden Schuljahr nicht gedeckt ist und auch diese Fehlstellen ersetzt werden müssen. Mehr-Bedarfe für Inklusion und Digitalisierung wurden ebenso nicht aufgeführt. Zudem fehlt mit den Berufsbildenden Schulen eine ganze Schulform in den Berechnungen. „Es hat den Anschein, dass wissentlich Zahlenspielerei und Schönrechnerei betrieben wird, um überholte Vorgaben aus dem Finanzministerium und dem Koalitionsvertrag zu erfüllen. Der Bildungsminister muss endlich den Mut finden, sich stattdessen mit Rückendeckung des Ministerpräsidenten am realen Bedarf der Schulen zu orientieren“, erklärte dazu Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.


„Wenn das Land für gute Bildung einsteht, muss es bei der Personalplanung an Schulen und Hochschulen sofort und spürbar nachlegen.“ Die Schulen benötigten dringendst einen Aufwuchs bei Lehrkräften und Pädagogischen Mitarbeiter*innen im deutlich vierstelligen Bereich allein schon, um den Abbau der letzten Jahre sowie die gestiegenen Belastungen und zusätzlichen Aufgaben zu kompensieren. Die anhaltend hohen Krankenstände seien ein deutliches Alarmzeichen. Für die Hochschulen prognostiziert die GEW Sachsen-Anhalt einen Bedarf von 1.200 Studienanfänger*innen im Lehramt pro Jahr. Vor diesem Hintergrund müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um das vorhandene Lehrpersonal dauerhaft und unbefristet zu halten sowie darüber hinaus die räumlichen und personellen Kapazitäten an beiden Universitäten gezielt auszubauen. „Bildung braucht Personal. Jedes Zögern, Zaudern und Zurückweichen ist fatal für die Qualität an Schulen und Hochschulen“, sagte Gerth abschließend.

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