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Leitfaden bei drohender Abschiebung aus Kita und Schule veröffentlicht

Bundesweit finden immer wieder Abschiebungen direkt aus der Kita oder Schule statt. Die involvierten Pädagog*innen trifft diese Situation zumeist unvorbereitet. Der Flüchtlingsrat und die GEW in Sachsen-Anhalt haben deshalb einen Leitfaden mit Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.


Genaue Zahlen darüber, wie oft Schulpflichtige und Auszubildende während des Unterrichts abgeholt werden, gibt es nicht. Selten erhält die Abschiebepraxis so viel Aufmerksamkeit wie etwa im Mai 2017 in Nürnberg, als Mitschüler*innen gegen die Abschiebung eines 20-jährigen Berufsschülers aus Afghanistan demonstrierten. Oder in Duisburg, wo die damals 14-jährige Bivsi Rana ebenfalls im Mai 2017 von Mitarbeiter*innen der Ausländerbehörde aus der Schule abgeholt und nach Nepal abgeschoben wurde.


Die Verunsicherung der Schulleitungen und Lehrkräfte über ihren Handlungsspielraum ist groß. Da Abschiebungen nicht mehr angekündigt werden müssen, leben die Betroffenen auch in der Schule in ständiger Angst vor einer plötzlichen Abschiebung. Das hat auch Auswirkungen auf den Unterricht und Schulalltag. Viele Schulleitungen und Lehrkräfte wollen in dieser Situation ihren Schüler*innen helfen, sind aber unsicher über ihren Handlungsspielraum. Die GEW Sachsen-Anhalt und der Flüchtlingsrat haben deshalb in einem Leitfaden Hinweise für Pädagog*innen zusammengetragen und für alle zugänglich gemacht.


„Der Leitfaden soll über Möglichkeiten, Rechte und Pflichten aufklären, die Bildungseinrichtungen im Falle einer Abschiebung eines Schülers oder einer Schülerin haben“, erklärte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, anlässlich der Veröffentlichung.


„Kitas und Schulen müssen ein Schutzraum sein, in dem sich Kinder und Jugendliche sicher fühlen. Wenn ein*e Schüler*in von der Polizei aus dem Klassenzimmer geholt wird, ist das nicht nur für den*die Betroffene*n dramatisch“, ergänzte Christine Bölian vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt.


GEW und Flüchtlingsrat setzen sich gemeinsam dafür ein, dass alle aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nicht während des Schulbesuchs, einer schulischen oder dualen Ausbildung sowie einer Qualifizierungs- oder anderen Bildungsmaßnahmen abgeschoben werden.


Der Leitfaden findet sich unter:
https://gew-sachsenanhalt.net/go/leitfaden
http://www.fluechtlingsrat-lsa.de/2018/03/pm-was-tun-bei-abschiebung
Pressekontakt: Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt | Tel.: 0391 50549613

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