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Halbjahreszeugnisse in der Schuleingangsphase abschaffen!

Die Diskussion um die Abschaffung der Halbjahreszeugnisse kann nicht losgelöst von der stetigen Zunahme der Arbeitsbelastung an Grundschulen betrachtet werden. Diese Belastung wird durch die Zunahme von Langzeiterkrankungen (siehe dazu Bericht der BARMER) deutlich.

Die in Grundschulen mit viel Aufwand eingeführte neue Praxis der Dokumentation von Schülerleistungen führt dazu, dass neben der langjährigen Praxis der Bewertung jetzt auch viel mehr Prozesse der Lernbegleitung in den Fokus rücken. Die Steuerungsfunktion der Leistungsbewertung spiegelt sich darin wider, dass Eltern und Lehrkräfte Entscheidungen über Maßnahmen der individuellen Förderung und der individuellen Anpassung von Leistungsanforderungen zur Vorbereitung von Versetzungs- oder Übergangsentscheidungen treffen. 

Unter Berücksichtigung der Individualität eines jeden Kindes können dabei zielgenau Absprachen stattfinden. Das alles erfordert Zeit und mündet in mindestens einmal jährlich stattfindenden Elterngesprächen. Diese werden traditionell an vielen Grundschulen zum Halbjahr angeboten und von den Eltern in der Regel gut angenommen. In diesen Gesprächen geht es um einen intensiven Austausch über den Lernstand des Kindes, über mögliche Fördermaßnahmen und um das Festlegen neuer Entwicklungsziele. Ein reiner Zeugnistext stellt eine einseitige ausgerichtete Meinungsäußerung dar. Eltern haben nicht die Möglichkeit sich mit dem Lehrer auszutauschen und gemeinsam neue Ziele festzulegen. Außerdem kann es bei gleichfalls stattfindenden Gesprächen zu unnötigen Textdopplungen kommen. Dagegen kommt es im Gespräch zu dem notwendigen Austausch von Lehrer und Eltern. Das ist zielführender als der geschriebene Text. Die Eltern sind durch ein gutes Lernentwicklungsgespräch bestens über den Stand ihres Kindes informiert. Zu diesem Gespräch ist ein verbindliches Protokoll anzufertigen, das alle Beteiligten unterschreiben. Das ist ein sinnvoller Ersatz für das Halbjahreszeugnis.

Für die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Gespräche benötigt der einzelne Lehrer jedoch Zeit. Diese ist jedoch in Zeiten stetig steigender Belastungen ein kostbares Gut. Sicher auch aus diesem Grund räumt der Zeugniserlass die Möglichkeit ein, bei stattfindenden Lernentwicklungsgesprächen auf das Schreiben von Texten zu verzichten. Wenn man jetzt jedoch das neue Zeugnisformular verwendet, stellt man fest, dass die Schüler in diesem Fall ein leeres Blatt Papier bekommen. Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Vorteile eines Elterngespräches ist es dann konsequenter, zu fordern, dass die Zeugnisse in der Schuleingangsphase der Grundschule entfallen. Mit diesem Vorschlag ist die GEW gemeinsam mit dem Grundschulverband und dem Verband Sonderschulpädagogik bereits im Jahr 2015 an das Ministerium herangetreten. Seitdem ist es in dieser Frage leider nicht gelungen einen Konsens zu finden. Im Gegenteil, es wurden regelmäßig neue Zeugnisformulare aufgelegt, die ohne Einbeziehung schulischer Fachleute zu einer stetigen Diskussion über die Sinnhaftigkeit führten. Mit dem letzten Zeugnisformular dürfte der vorläufige Negativhöhepunkt erreicht sein. Aus diesem Grund erneuert die GEW ihr Gesprächsangebot zum Finden vernünftiger Lösungen.

 

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