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Bündnis für Schulsozialarbeit startet Unterschriftenaktion

Das kürzlich gegründete Bündnis „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“ wird ab sofort bei der Bevölkerung um Unterstützung werben. Mit der Sammlung möglichst vieler Unterschriften sollen die Bedeutung und der Wert der Schulsozialarbeit den politisch Verantwortlichen nochmals veranschaulicht werden. Die Aktion wird bis zum 15. April 2019 laufen. Danach sollen die Unterschriften der Landesregierung übergeben werden.

Schulsozialarbeit ist aus dem schulischen Leben nicht mehr wegzudenken. Momentan unterbreiten rund 400 sozialpädagogische Fachkräfte viele Projekte und Angebote für die Schulkinder in Sachsen-Anhalt. Ihr Bestand ist jedoch weiterhin gefährdet, obwohl sich der Landtag Ende 2018 öffentlich zur Schulsozialarbeit bekannt hat. Die Dringlichkeit der Problematik duldet keinen weiteren Aufschub. Die Kraft aller Beteiligten muss jetzt darauf konzentriert werden, noch im Jahr 2019 Lösungen für den Bestand der Schulsozialarbeit zu erarbeiten.

Darum fordert das Bündnis mit der landesweiten Unterschriftensammlung:

1. die Landesregierung auf, umgehend ein Konzept zur nachhaltigen Implementierung der Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt vorzulegen,
2. den Landtag auf, im Doppelhaushalt 2020/2021 Vorsorge zu treffen, um eine flächendeckende Versorgung aller Schulen mit Schulsozialarbeiter*innen sowie den Erhalt der Netzwerkstellen zu gewährleisten, und
3. dass die bestehenden Schulsozialarbeitsprojekte sowie die Netzwerkstellen weitergeführt werden müssen.

Alle Informationen und Listen sind ab sofort auf der Seite www.aktionsbuendnis-schulsozialarbeit.de abrufbar. Darüber hinaus werden vielfältige Aktionen im Land stattfinden, über die ebenfalls auf der Homepage informiert wird.

Für das Bündnis bleibt die auskömmliche und dauerhafte Verankerung der Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt das erklärte Ziel. Die Übergabe vieler Unterschriften wird den Willen der Bürger*innen in unserem Bundesland verdeutlichen. „Denn um erfolgreiches Lernen weiterhin zu ermöglichen, ist es notwendig, die sozialpädagogischen Angebote dauerhaft fortzuführen. Lehrende, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter brauchen Planungssicherheit und Perspektiven für ihre Zukunft. Und diese müssen durch die Landesregierung geschaffen werden“, so Manuela Knabe-Ostheeren, Geschäftsführerin der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege.

Auch die Eltern wissen um den Wert der Schulsozialarbeit und unterstützen die Aktion daher ausdrücklich. „Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zeigen, dass wir es uns schlicht nicht leisten können, die Kinder sich selbst zu überlassen. Alle benötigen gut ausgebildete Schüler*innen, die auch gesellschaftliche Kernkompetenzen vorweisen können. Auch Elternhäuser profitieren außerordentlich von den Kompetenzen, die ihren Kindern durch Schulsozialarbeit zusätzlich vermittelt werden“, betonte Michael Jacob vom Landeselternrat.

Aus der Schülerschaft wird über die Vertretung des Landeschülerrates ebenfalls um Unterstützung geworben. „Schulsozialarbeit hat eben eine herausragende Rolle. Sie ist ein Erfolgsmodell. Sie wird perspektivisch Schülerinnen und Schülern helfen, wie es Personen innerhalb des Bewertungssystems schlichtweg nicht können“, sagte Michael Benecke, Vorsitzender des Landesschülerrates.

Im Fazit: Vorgehaltene Strukturen müssen stimmen. „Ein zuverlässiger Partner zu sein ist die Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Aber wie kann man diese Sicherheit vermitteln, wenn keine verbindliche Perspektive für eine eigene berufliche Zukunft vorhanden ist?“ hinterfragte Nadine Schulze als ehemalige Schulsozialarbeiterin kritisch.

Auch die GEW betonte den großen Wert der über Jahre gewachsenen Strukturen für die Kinder und die Beschäftigten. „Die Beschäftigten wissen aus ihrer langjährigen Praxis genau, welche Module und Angebote am besten funktionieren. Dieser Erfahrungsschatz ist sehr viel wert, viel mehr jedenfalls, als in den bisherigen Planungen als Entlohnung dieser verantwortungsvollen Arbeit vorgesehen ist. Die Fachkräfte haben sich in der Vergangenheit tagtäglich mit Kompetenz und Engagement bewiesen. Jetzt verdienen sie eine faire und dauerhafte Perspektive“, sagte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.

Zum Bündnis „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“:
Um die Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt dauerhaft zu verankern, haben sich die GEW LSA, der Landeselternrat, der Landesschülerrat, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt langfristig, nachhaltig und flächendeckend zu sichern. Es fordert die Landesregierung auf, ihren Beitrag für eine gerechte und soziale Zukunft von Kindern und Jugendlichen im Land Sachsen-Anhalt zu leisten. Schulsozialarbeit ist unverzichtbar und muss verstetigt und ausgebaut werden.

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