12_gew.png  

 


GEW zum Lehrermangel: Bedarf feststellen und entsprechend handeln!

Der Bildungsausschuss des Landtages hatte am Freitag, dem 10. Mai 2019, verschiedene Institutionen zu einem Fachgespräch über die Minderung des grassierenden Lehrkräftemangels geladen. Aus Sicht der GEW Sachsen-Anhalt hinkt das Land bei der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte immer noch deutlich hinterher. Notwendig sind eine dauerhafte Überprüfung der Bedarfe und eine schnelle Anpassung in den Ausbildungskapazitäten.
Eine Expertenkommission hatte vor weit über einem Jahr den Lehrkräftebedarf analysiert. Die damals vorgestellten Zahlen scheinen inzwischen jedoch durch Entwicklungen etwa bei den Schülerzahlen, Mutterschutz und Elternzeit sowie frühere Verrentung von Lehrkräften zu niedrig bemessen zu sein.

Am Rande des Fachgesprächs erklärte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt: „Die Entwicklung ist paradox, trotz des überall greifbaren Mangels geht die Schere weiter auseinander. Die Ausbildungskapazitäten an den Universitäten sind nach wie vor unzureichend.“ Mit einer dauerhaften Fortschreibung und regelmäßigen Überprüfung des Lehrkräftebedarfs durch die Expertenkommission könnten und müssten die Planungen der Ausbildungseinrichtungen auf eine sicherere Grundlage gestellt werden, auch mit Blick auf den unterschiedlichen Bedarf in einzelnen Fächern. Die GEW schlägt daher vor, die Expertenkommission als dauerhafte Institution zu etablieren, die regelmäßig Regierung und Parlament berät.
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind einige Lehramtsfächer immer noch mit einem NC belegt, sodass Bewerber*innen etwa für die dringend gesuchten Fächer Chemie und Physik abgelehnt werden. Das bestätigte vor kurzem eine Kleine Anfrage im Landtag. „Die Schulen suchen händeringend nach Personal, für den Vorbereitungsdienst gibt es viel zu wenige Bewerber, aber die Universität muss Studierwilligen eine Absage erteilen. So darf es nicht weitergehen.“
Der gleichbleibend hohe Bedarf sei für die nächsten 15 bis 20 Jahre absehbar, deshalb könne man hier guten Gewissens von einer langfristigen oder gar Daueraufgabe der Universitäten sprechen. Mit dem vor wenigen Tagen zwischen Bund und Ländern vereinbarten Zukunftsvertrag zur ergänzenden Hochschulfinanzierung seien auch für Sachsen-Anhalt dauerhaft zusätzliche Gelder verfügbar. „Die Formel für die Landesregierung muss lauten: Weiterer Ausbau der Lehramtsausbildung mit dauerhaften Mitteln und unbefristeten Stellen an den Universitäten. Nur so kann in den kommenden Jahren der Mangel wirksam bekämpft werden“, sagte Gerth abschließend.

Drucken E-Mail

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account