12_gew.png  

 



mitglied_werden (2).png

Digitale Schule: Studie sieht erhöhte Arbeitsbelastung sowie Bedarf an mehr Informationen und Fortbildungen

Die GEW hat am 3. Juni 2020 eine bundesweite Studie zum Stand der Digitalisierung in den Schulen vorgestellt. Im Rahmen einer Sonderauswertung liegen auch Detailergebnisse für Sachsen-Anhalt vor, die teils erheblich von den bundesweiten Werten abweichen. Demnach fehlen vielfach dienstliche Endgeräte, ausreichende Informationen zum Digitalpakt und adäquate Fortbildungen; zudem ist die Arbeitsbelastung bei vielen Lehrkräften deutlich gestiegen.

Die GEW betonte bei der Vorstellung der Studie, dass die Digitalisierung an den Schulen keine Privatsache sein darf und die öffentliche Hand mehr in die Ausstattung und Infrastruktur investieren muss. Dies gilt auch für Sachsen-Anhalt: 88% der befragten Lehrkräfte benutzen hier ein privates Endgerät für dienstliche Zwecke. Dabei geht es nicht nur um die Vor- und Nachbereitung des eigenen Unterrichts. Auch zur Kommunikation mit der Schulleitung oder für administrative Zwecke benutzen fast drei Viertel dieser Lehrkräfte ein eigenes Gerät. „Keine Ärztin bringt ihr eigenes OP-Besteck mit in das Krankenhaus, kein Minister fährt im eigenen Auto zu Dienstterminen, aber bei Lehrkräften wird fast vorausgesetzt, dass sie ihre eigenen Geräte ohne Murren für den Schulbetrieb nutzen“, erklärte dazu Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.

Doch nicht nur bei der Ausstattung für die Lehrkräfte und an den Schulen hapert es. So fühlt sich über die Hälfte der Befragten nur mangelhaft und ungenügend vom Arbeitgeber über den Digitalpakt informiert, bundesweit lag dieser Wert unter 50 %. Gravierend ist zudem, dass sich für fast die Hälfte der Befragten die Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung erhöht oder sogar stark erhöht hat. Bundesweit sind diese Zahlen annähernd gleich. Engagement und Interesse sind den Lehrkräften hingegen nicht abzusprechen. Immerhin zwei Drittel der befragten Lehrkräfte haben in den letzten zwei Jahren in Sachsen-Anhalt an einer Fortbildung zum Thema Digitalisierung teilgenommen. Für alle übrigen gab es in diesem Zeitraum oftmals schlicht keine relevanten Angebote. Zumindest war dies mit 68% die mit Abstand häufigste Nennung, bundesweit wurde dies von weniger als der Hälfte als Grund genannt.

„Unsere Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Sinnhaftigkeit digitaler Lernangebote von kaum einer Lehrkraft negiert wird. Allerdings heißt Digitalisierung für viele vor allem höhere Belastung, Entgrenzung der Arbeitszeit und mangelnde Unterstützung durch den Arbeitgeber. Bund und Länder sind gefordert, hier deutlich mehr in Hardware und Konzepte, in Personal und Unterstützungsangebote zu investieren, damit Digitalisierung an den Schulen gelingen kann“, schloss Gerth.

Die Pressemitteilung der Bundes-GEW sowie ein Link zur Studie finden sich hier .

Drucken E-Mail

Don't have an account yet? Register Now!

Sign in to your account