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Pädagogische Mitarbeiterinnen an Schulen: Löchrigem System droht der komplette Zusammenbruch

Pressemitteilung vom 22.08.2016

Seit Jahren verfolgt die Landespolitik bei den Pädagogischen Mitarbeiter/innen einen rigorosen Stellenabbau. Dabei wurden alte Personalkonzepte längst von der Realität steigender Schülerzahlen und zunehmender Anforderungen überholt. „Mit den neuerlichen Einschnitten zu Beginn dieses Schuljahres droht ein Grundpfeiler schulischer Arbeit besonders an Grund- und Förderschulen flächendeckend wegzubrechen“, sagte heute Eva Gerth, amtierende Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt in Magdeburg. 

 Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Lehrkräfte im Unterricht; nur durch ihre Arbeit ist es möglich, auf jedes Kind individuell einzugehen und individuelle Förderangebote zu machen. Sie begleiten und fördern die Kinder in der Schuleingangsphase, unterstützen die Inklusions- und Migrationsprozesse, übernehmen Schwimmbegleitungen, bieten pädagogische Angebote bei Unterrichtsausfall, sichern die verlässlichen Öffnungszeiten und Pausenaufsichten, fördern in Kleingruppenarbeit und offenem Unterricht, bieten förderpädagogische und lebenspraktische Unterstützung usw, usf. Immer öfter müssen die Schulen diese Angebote aber streichen; ihnen fehlt dafür zumeist schlicht das Personal. Die Situation hat sich in den letzten Tagen durch Stellenwechsel und schulformübergreifende Abordnungen nochmal erheblich verschärft. Gerth zog eine ernüchternde Bilanz: „In den vergangenen Jahren wurde das durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schulen getragene pädagogische Unterstützungssystem kontinuierlich ausgehöhlt. Wenn jetzt einer Einrichtung innerhalb von wenigen Tagen beinahe die Hälfte des dafür vorgesehenen Personals entzogen wird, schlägt das unmittelbar auf die Arbeit der gesamten Schule durch.“ Ohne Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die verlässlichen Öffnungszeiten der Grundschulen nicht zu halten.

Die Ausstattung der Schulen mit Pädagogischen Mitarbeiter/innen müsse dringend ausgebaut werden, sie sei zu wichtig, um als Verhandlungsmasse im Geschacher zwischen dem Bildungsminister und dem Finanzminister unterzugehen. Gerade zu absurd sei es, dass sich die Landesverwaltung offenbar immer noch am gescheiterten Bullerjahnschen Personalentwicklungskonzept orientiere.

„Als erster Schritt sind sofort die 60 Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen, die jetzt als Lehrkräfte an die Grundschulen gewechselt sind, um dort die katastrophale Unterrichtsversorgung wenigstens etwas zu mildern. Dies wäre auch endlich ein positives Signal an alle, die täglich engagierte Bildungsarbeit leisten.“ Dem müssten dann auch schnell verlässliche Planungen für einen weiteren dauerhaften Aufwuchs folgen.

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