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Wer die Schließung von Schulen verhindern will, muss endlich handeln!

Die GEW Sachsen-Anhalt vertritt die klare Auffassung, dass es für Schulen angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen ein „Weiter so!“ nicht geben darf. Wenn offene Schulen aus bildungspolitischen und sozialen Gründen heraus höchste Priorität haben sollen, dann müssen Lehrkräfte und das pädagogische Personal wie auch die Kinder und Jugendlichen besonders geschützt werden. Ganz klar gilt der Grundsatz „Prävention geht vor Reaktion“. Die GEW erhebt folgende Forderungen gegenüber der Landesregierung:

  1. Die Schulen brauchen endlich einen verlässlichen, mit dem Lehrerhauptpersonalrat abgestimmten Hygieneplan mit klaren Regeln. Dazu gehört u. a.:
    • Ab einem Inzidenzwert von 35 Infektionen auf 100 000 Einwohner auf Landkreisebene muss es zwingend eine Verkleinerung der Lerngruppen geben, z. B. durch Wechselunterricht mit Präsenz- und Distanzlernphasen.
    • Die Risikogruppen sind entsprechend den Empfehlungen des RKI zu definieren und zwingend zu schützen. Sie müssen jetzt in Zeiten des erhöhten Infektionsaufkommens ohne bürokratische Umstände vom Präsenzunterricht befreit werden.
    • Es muss gesichert sein, dass die Klassenzimmer regelmäßig und konsequent gelüftet werden können. Räume, in denen Lüften nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist, müssen umgehend mit wirksamen Luftreinigungsgeräten ausgestattet werden. Ansonsten dürfen diese Räume nicht mehr zum Unterrichten genutzt werden.
    • Die Beschäftigten an Schulen müssen schnellstens mit ausreichenden Mund-Nase-Bedeckungen versorgt werden.
  2. Der Digitalpakt muss endlich umgesetzt werden. Die Schulen brauchen dringend einen schnellen Internetanschluss, Leihgeräte für die Schüler*innen, Dienstlaptops für Lehrkräfte und administratives Personal. Auf jegliche Konzepterstellungs-Bürokratie ist in Anbetracht der besonderen Lage durch Corona zu verzichten.
  3. Es sind Entlastungen für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter*innen zu schaffen, die durch die Durchsetzung der Hygienemaßnahmen, die Entwicklung von Konzepten für den Distanzunterricht, das Einrichten von und die Auseinandersetzung mit neuer Technik und zusätzliche Aufsichten usw. besonders zusätzlich belastet sind. Die Erledigung dieser zusätzlichen Aufgaben ist als Arbeitszeit anzuerkennen.
  4. Es muss alles daran gesetzt werden, mehr Personal für die Schulen zu gewinnen (z. B. schnellere Einstellungen, Einrichtung von Arbeitszeitkonten, die Verbesserung der Bezahlung, insbesondere für GS Lehrkräfte, eine qualifizierte Ausbildung von Seiteneinsteiger*innen, die Einstellung von Schulverwaltungsassistenten, die Beschäftigung einer ausreichende Anzahl von Administratoren, usw.).

Die Schulen Sachsen-­Anhalts sind bisher nur so glimpflich durch die Krise gekommen, weil sich die Lehrkräfte und das pädagogische Personal an den Schulen weit über das Normale hinaus engagiert und weil die Schulleitungen mit unzähligen Planänderungen und Konzepten das Ganze „am Laufen” gehalten haben. Der Bogen darf jedoch nicht überspannt werden.

Bildungsministerium und Landesregierung müssen endlich handeln, um die Schulen zu unterstützen!


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