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Lehrerhauptpersonalrat mit großer Verantwortung

In loser Reiher stellt die GEW Sachsen-Anhalt die Personalräte des Landes vor. Den Beginn macht der Lehrerhauptpersonalrat:

Fachgruppe Gymnasium:
Kerstin Hinz, Vorsitzende des LHPR, Fachlehrerin für Mathematik und Physik am Gymnasium Martineum in Halberstadt

Als Vorsitzende des LHPR sehe ich das Hauptanliegen meiner Arbeit darin, die Rahmenbedingungen der täglichen Arbeit in den Schulen im Fokus zu haben. Arbeitsbelastungen aufgrund von Lehrkräftemangel und zusätzlichen Aufgaben neben dem Unterricht, die Anerkennung besonderer Aufgaben (Schaffung von Funktionsstellen, Erhöhung der Abminderungsstunden), Digitalisierung, Fort- und Weiterbildungen, die Umsetzung der Dienstvereinbarung zum Umgang mit Überlastungsanzeigen sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz werden in Gesprächen mit dem Ministerium ständig thematisiert. Oberstes Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und Pädagogische Mitarbeiter*innen so zu gestalten und zu verbessern, dass Überlastungen vermieden werden, um damit ein verlässliches, sehr gutes Bildungswesen in Sachsen-Anhalt etablieren zu können.

David Penke, stellvertretender Vorsitzender des LHPR, Fachgruppenmitglied im Vorstand, Lehrer für Mathematik und Physik am Europagymnasium Walther Rathenau in Bitterfeld

Neben der Fachgruppenarbeit, die u. a. die Bearbeitung der Anfragen der Beschäftigten beinhaltet, gehört es zu meinen Aufgaben, die Besetzung der Geschäftsstelle des LHPR zu organisieren. Weiterhin unterstütze ich die Arbeit der Vorsitzenden. Bei der Wahrnehmung von Terminen mit Vertreter*innen des Ministeriums wurden und werden Problemlagen für Schulen besprochen. Dabei ist es uns z. B. gelungen, das Ministerium davon zu überzeugen, dass auch im Distanzunterricht planmäßige Mehrzeiten der Beschäftigten erfasst werden müssen. Weiterhin haben wir erreicht, dass die Dokumentationspflicht für den Distanzunterricht auf das Maß zu beschränken ist, wie es auch bei Präsenzunterricht üblich ist, nämlich durch eine Eintragung im Klassen- oder Kursbuch.

Fachgruppe Grundschule:
Ingo Dossmann, Fachgruppenmitglied im Vorstand, Schulleiter der Grundschule Stadtmitte in Genthin
Eva Gerth, Lehrerin für Mathematik und Physik am Ludwigsgymnasium in Köthen und
Irena Klack, Grundschullehrerin an der Grundschule Ziebigk in Dessau

Uns erreichen viele Hilferufe aus den Grundschulen, z. B. Überlastungsanzeigen, die durch den Personalmangel von Lehrer*innen und Pädagogischen Mitarbeiter*innen sowie durch die jahrelange Arbeit an den Belastungsgrenzen entstanden sind. Den Umgang mit diesen Überlastungsanzeigen konnte der LHPR nun erfolgreich im Dezember 2020 in einer Dienstvereinbarung mit dem Bildungsministerium festschreiben. Wir hoffen, dass sich damit nun ein schnelleres und effektiveres Problemlösungsverfahren an den Schulen in Gang setzt. Durch die Corona-Pandemie beschäftigt sich der LHPR zurzeit ständig mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz an den Schulen. Eine Bindung an einen 7-Tage-Inzidenzwert ab 50 beim Übergang in den eingeschränkten Regelbetrieb ist eine unserer Forderungen an das Bildungsministerium. Auch ein besserer Schutz von Beschäftigten, die der Risikogruppe angehören, steht im Mittelpunkt unserer Verhandlungen. Im Unterschied zum Bildungsministerium sind wir nicht der Meinung, dass Kinder im jüngeren Schulalter kein Risiko darstellen. Wir fordern auch für Grundschulen ein Wechselmodell und haben dazu auch Vorschläge zur Absicherung der Notbetreuung unterbreitet. Insbesondere beim Thema „Entlastung von Lehrkräften“ arbeiten wir sehr intensiv an der Neugestaltung der Halbjahreszeugnisse. Des Weiteren sehen wir den EMOTIKON-Test für alle Schüler*innen in den Grundschulen sehr kritisch und haben auch hier eine Reduzierung gefordert. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, vorhandene Missstände an den Grundschulen aufzuzeigen und Problemlösungen herbeizuführen.

Fachgruppe Förderschulen:
Mike Tomaschewski, Fachgruppenmitglied im Vorstand, Lehrer an der Förderschule Heinrich Kielhorn in Großkayna
Sven Lewy, Schulleiter an der Förderschule H.-E. Stötzner in Güterglück

Als Vertreter der Förderschulen im LHPR liegen die Schwerpunkte unserer Arbeit in der bildungspolitischen Entwicklung in diesem Bereich und die damit verbundenen Problemstellungen, die dem LHPR von Beschäftigten in diesem Bereich gemeldet werden. Eine zentrale Frage wird hier weiterhin sein, wie der gemeinsame Unterricht (GU) in den kommenden Jahren gestaltet wird. Momentan wird kein besonderes Augenmerk auf den GU gelegt und die teils erfolgreiche Arbeit zu wenig gewürdigt. Hier muss es zu klaren Bekenntnissen kommen, die den Akteuren in allen Schulformen eine verlässliche Handlungsgrundlage geben. Den Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter voranzutreiben und dabei die Belange der Beschäftigten in ausreichendem Maße zu berücksichtigen, ist ein weiterer Teil der Arbeit. Gerade die gegenwärtige Situation hat gezeigt, wie wichtig dieser Bereich ist und dass die arbeitsmedizinischen und -sicherheitstechnischen Mitarbeiter*innen vom medical airport service für die Schulen ein verlässlicher Ansprechpartner sein können. Ferner ist es unser Ziel, Verwaltungsaufgaben und Dokumentationspflichten auf Grund der hohen Arbeitsverdichtung an Förderschule zu reduzieren. Hierzu gab es bereits umfangreiche Bemühungen in der letzten Legislatur, die wir weiter konsequent verfolgen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht auch die bedarfsgerechte personelle und sächliche Versorgung an unserer Schulform, insbesondere an Einrichtungen mit mehreren Förderschwerpunkten.

Fachgruppe Sekundarschulen:
Stefan Hofmann, Lehrer für Mathematik und Geografie an der Sekundarschule Walter Gemm in Halberstadt

Die zunehmende Degradierung der Sekundarschule zur „Restschule“ zeigt sich nicht zuletzt auch an den massiven Stundenkürzungen im Organisationserlass. Allein in den Kernfächern Deutsch und Mathematik wurde über alle Jahrgänge hinweg der Unterricht um je vier Stunden gekürzt. Die Rahmenpläne bleiben jedoch, so dass mit weniger Ressourcen das Gleiche zu leisten ist. Die verheerende Personalpolitik der letzten Jahre ist ein Teufelskreis: Weniger Personal und die Streichung von Bildungsangeboten führen zu einer Abwertung der Schulform sowie den Verlust von Attraktivität und damit zu noch weniger Personal. Verstärkt wird dies durch Faktoren wie unzureichende technische Ausstattung vieler Schulen und die Gewährung der Altersermäßigung erst ab dem 62. Lebensjahr. Dieser Abwertungstendenz zu begegnen, betrachte ich als eine wesentliche Aufgabe für die vor uns liegenden Jahre.

Fachgruppe Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen:
Ulrich Härtel, Fachgruppenmitglied im Vorstand, Lehrer für Mathematik und Geografie an der Gemeinschaftsschule Johannes Gutenberg in Wolmirstedt

Ich möchte dazu beitragen, dass die Gemeinschaftsschulen endlich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Schulform in der Schullandschaft Sachsen-Anhalts werden. Die Diskussionen sollen hierbei um die inhaltliche Ausrichtung dieser Schulform geführt werden. Ein Ziel in dieser Wahlperiode muss es sein, die Digitalisierung im Land voranzutreiben. Dazu gehört es auch, die Arbeitsbedingungen sowie bestimmte Voraussetzungen (Technik, Fortbildungen usw.) in einer Dienstvereinbarung mit dem Bildungsministerium zu fixieren. Einerseits steht die Arbeitsentlastung unserer Beschäftigten im Vordergrund, andererseits werden wir Fortbildungsangebote zur Digitalisierung für unsere Beschäftigten einfordern.

Fachgruppe Berufsbildende Schulen:
Malte Gerken, Fachgruppenmitglied im Vorstand Berufsschullehrer für Elektrotechnik und Mathematik an der BbS III J.C. von Dreyhaupt in Halle

Als klassischer Berufsschullehrer liegt mir die berufliche Bildung in ihrer ganzen Vielfalt sehr am Herzen. Noch immer sind Kolleg*innen in der Fachpraxis zu niedrig eingruppiert, noch immer wird ignoriert, dass es für die Ausübung schulleitungsunterstützender Tätigkeit die Gehalts- bzw. Besoldungsgruppe E14/A14 geben müsste und noch immer gibt es zu wenig Anrechnungsstunden für besondere Belastungen, z. B. für Kolleg*innen die überwiegend mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten oder gehäufte Klassenleitertätigkeit. Das sind nur einige Beispiele für die berufsbildenden Schulen – von den schulformübergreifenden Problemen wie Digitalisierung oder den gehäuften „Nebenher-Tätigkeiten“ mal ganz abgesehen. Und das sind nur einige Problemen an den berufsbildenden Schulen, die ich beseitigen möchte. Ich freue mich auf eure Anfragen!

Als GEW-Personalräte sind wir ein Teil einer starken Gemeinschaft, die auch wirklich etwas bewegen kann. Wir werden euch unterstützen – versprochen!

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