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Bildungs-Schuldenuhr gestartet

Seit Schuljahresbeginn häufen sich wieder Berichte zur mangelhaften Unterrichtsversorgung; bei Pädagogischen Mitarbeitern und Sprachlehrkräften erkennen Regierung und Landtag neues Einsparpotential. Aus Anlass des Welt-Lehrer-Tages am 5. Oktober startet die GEW Sachsen-Anhalt eine Schuldenuhr, die den durchschnittlichen Totalausfall von Unterricht und damit die verpassten Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler misst.

 

Der Totalausfall stellt nur das letzte Glied einer langen Kette von Maßnahmen dar, die aus der mangelnden Versorgung mit Lehrkräften resultieren. Klassenzusammenlegungen, Stillarbeit und bloße Aufsicht über lange Zeiten des Schultages kommen häufig zum Einsatz, wenn Unterricht nicht regulär erteilt werden kann.

Die Schuldenuhr misst nur den wirklichen Ausfall von Stunden, also die Differenz zwischen dem gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtsumfang und dem tatsächlich erteilten. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt erklärte dazu: „Jeder Euro auf dieser Uhr geht direkt zu Lasten der Kinder, denen in dieser finanziellen Höhe Bildung vorenthalten wird.“ Die langfristigen negativen Folgen durch die unzureichende Ausstattung vieler Schulen mit ergänzendem sozialpädagogischen Personal sowie das drohende faktische Aussetzen des Sprachunterrichts seien dabei noch gar nicht berücksichtigt.


Auf Grundlage der offiziellen Statistik des letzten Schuljahres und der unbesetzten Stellen dieses Jahres summiert die Uhr den durchschnittlichen Unterrichtsausfall seit 1. August d.J. auf. Zur Veranschaulichung wurde dieser Wert mit dem mittleren „Kostensatz“ einer Lehrkraft kombiniert, um die Bildungsschulden des Landes als monetäre Größe darstellen zu können. Der aktuelle Stand kann direkt unter www.bildungs-schuldenuhr.de abgerufen werden.

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