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Sprachunterricht: Bewährte Strukturen erhalten

Parallel zur Landtagssitzung in dieser Woche soll es eine Einigung zur weiteren personellen Ausstattung des Sprachunterrichts geben. Bildungsminister Marco Tullner hat endlich den Bedarf erkannt und spricht von 75 Stellen, die verlängert werden sollen. Insgesamt bedeutet dies dennoch ein Abbau fast jeder zweiten Stelle.

Seit Monaten leisten die etwa 230 Lehrkräfte für den Sprachunterricht eine kompetente und engagierte Arbeit. Nach jetzigem Stand wird es ab Januar nächsten Jahres 50 dauerhafte Stellen geben. Trotz der in Aussicht gestellten Verlängerung einiger Verträge werden zum Jahreswechsel über 100 Lehrkräfte weniger für den Unterricht zur Verfügung stehen. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, äußerte erneut ihr Unverständnis über diesen Kahlschlag: „Schon jetzt kann der Bildungsminister keine ausreichende Unterrichtsversorgung gewährleisten. Mit dem rigiden Abbau der Sprachlehrkräfte ist an den betroffenen Schulen das Chaos vorprogrammiert.“

Die massiven organisatorischen und räumlichen Probleme seien klar absehbar. Auch die Möglichkeiten für eine gezielte und sensible pädagogische Sprachförderung der Kinder würden damit unnötig beschnitten. „Wenn das Bildungsministerium bei der jetzt vorgeschlagenen Minimalvariante bleibt, müssen Ministerpräsident Reiner Haseloff und die Abgeordneten der Koalition eingreifen, damit die eingespielten und bewährten Strukturen nicht mitten im Schuljahr zerstören werden.“

Die GEW bleibt bei ihrem Vorschlag, allen Sprachlehrkräften eine dauerhafte Perspektive im Schuldienst zu eröffnen. Dies umfasst auch ein Konzept, wie durch Fort- und Weiterbildungen eine Qualifikation für den regulären Unterricht zu erreichen ist. Angesichts der desolaten Unterrichtsversorgung würde dies allen Schülerinnen und Schülern zugutekommen.

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