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GEW bei Landespressekonferenz: Sprachförderlehrkräfte im Abseits

Vorabdruck aus EuW 11/2016

Sprachunterricht für Flüchtlingskinder auf dem Abstellgleis 

(EuW) Nach offiziellen Angaben erhalten derzeit in Sachsen-Anhalt über 7.000 Kinder mit Migrationshintergrund eine spezielle Sprachförderung, um später im regulären Unterricht lernen zu können. Ihre Lehrkräfte sollen zum Jahresende in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Die beteiligten Ausschüsse des Landtagesc Daniel Merbitz LPK Sprachlehrkrfte 25.10.2016 Foto 25web stehen in den kommenden Tagen in der Verantwortung, diese Fehlentwicklung zu stoppen.

Laut Erlass des Bildungsministeriums sollen die Kinder bis zu 18 Monate diese gezielte Förderung bekommen. Die meisten der über 7.000 Kinder sind jedoch erst seit weniger als zwölf Monaten an unseren Schulen. „Den Irrglauben, dass sich diese anspruchsvolle Aufgabe ab Januar mit nur noch 50 Kolleginnen und Kollegen bewältigen lässt, müssen die Verantwortlichen endlich ablegen. Andernfalls wird sich die jetzt schon katastrophale Unterrichtsversorgung im neuen Jahr nochmals deutlich verschlechtern“, sagte die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, Eva Gerth.

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Sicherheit für Sprachlehrkräfte und Schulen schaffen

Sicherheit für Sprachlehrkräfte und Schulen schaffen – Jetzt handeln

In Sachsen-Anhalt steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrations­hintergrund kontinuierlich. Die Landesregierung hatte zum Schuljahr 2015/16 ein gutes Konzept zur Aufnahme dieser Kinder an den Schulen vorgelegt. Der jetzt drohende Kahlschlag wird weitreichende Konsequenzen für das gesamte Bildungssystem haben. Die GEW ging im Rahmen der Landespressekonferenz auf einige Hintergründe und Besonderheiten ein.

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Sprachunterricht auch nächstes Jahr flächendeckend notwendig

Nach offiziellen Angaben erhalten derzeit in Sachsen-Anhalt über 7 000 Kinder mit Migrationshintergrund eine spezielle Sprachförderung, um später im regulären Unterricht lernen zu können. Ihre Lehrkräfte sollen zum Jahresende in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Die beteiligten Ausschüsse des Landtages stehen in der Verantwortung, diese Fehlentwicklung zu stoppen.

Laut Erlass des Bildungsministeriums sollen die Kinder bis zu 18 Monate diese gezielte Förderung bekommen. Die meisten der über 7 000 Kinder sind jedoch erst seit weniger als zwölf Monaten an unseren Schulen. „Den Irrglauben, dass sich diese anspruchsvolle Aufgabe ab Januar mit nur noch 50 Kolleginnen und Kollegen bewältigen lässt, müssen die Verantwortlichen endlich ablegen. Andernfalls wird sich die jetzt schon katastrophale Unterrichtsversorgung im neuen Jahr nochmals deutlich verschlechtern“, sagte die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, Eva Gerth. Dies trifft dann nicht nur die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, da die ca. 200 befristet eingestellten Sprachlehrkräfte häufig auch im regulären Unterricht an den Schulen eingesetzt werden und voll in die Unterrichtsversorgung eingerechnet sind.

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Bildungs-Schuldenuhr gestartet

Seit Schuljahresbeginn häufen sich wieder Berichte zur mangelhaften Unterrichtsversorgung; bei Pädagogischen Mitarbeitern und Sprachlehrkräften erkennen Regierung und Landtag neues Einsparpotential. Aus Anlass des Welt-Lehrer-Tages am 5. Oktober startet die GEW Sachsen-Anhalt eine Schuldenuhr, die den durchschnittlichen Totalausfall von Unterricht und damit die verpassten Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler misst.

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Sprachunterricht und Unterrichtsversorgung gefährdet

Der Sprachunterricht für die Kinder von Migrantinnen und Migranten Sachsen-Anhalt wird mit 226 befristet und zum Teil in Teilzeit eingestellten Lehrkräften organisiert. Die befristeten Arbeitsverträge laufen bis zum 31. Dezember 2016. Nur 50 Stellen wurden unbefristet besetzt.

Derzeit befinden sich ca. 6.500 Kinder und junge Erwachsene im Sprachunterricht an Grund- Sekundar-, Gemeinschafts- und Gesamtschulen bzw. an Berufsbildenden Schulen.

Die Lehrkräfte, die als Sprachlehrkräfte eingestellt sind, werden im Rahmen ihrer Unterrichtsverpflichtungen auch mit weiterem Unterricht beauftragt. Ihre Stunden fließen in die Unterrichtsversorgung der Schulen ein. Das bedeutet, dass die Unterrichtsversorgung landesweit weiter sinkt, wenn diese Kolleginnen und Kollegen den Schulen nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Landtag muss bei Pädagogischen Mitarbeiterinnen handeln

Im Zusammenhang mit den Protesten von Eltern verschiedener Förderschulen appelliert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen-Anhalt an die Mitglieder des Landtags, umgehend dafür Sorge zu tragen, dass die Ausstattung der Schulen mit pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich verbessert wird.

Durch jahrelange Versäumnisse bei der Wiederbesetzung von Stellen ist inzwischen die notwendige Förderung und adäquate Betreuung von Schülerinnen und Schülern in allen Schulformen nicht mehr gewährleistet. „Die prekäre Situation in den Förderschulen ist nur ein Teil des Problems“, erklärte dazu Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW. Fehlende oder mangelhafte Unterstützung beträfe auch Kinder in Grund-, Gemeinschafts- und Ganztagsschulen.

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Protestkundgebung: Für das Recht auf Bildung und Teilhabe von Kindern mit Behinderung in Sachsen-Anhalt!

Die GEW Sachsen-Anhalt veröffentlicht den folgenden Aufruf des Aktionsbündnis der Eltern von Kindern an Förderschulen für Körperbehinderte und Sinnesgeschädigte:

Aufruf:

Eltern, Kinder und Unterstützer sind herzlich eingeladen zur Teilnahme an der

Protestkundgebung
vom Aktionsbündnis der Eltern von Kindern an Förderschulen
für Körperbehinderte und Sinnesgeschädigte

vor dem Landtag in Magdeburg
am 29. September 2016
um 11:00 Uhr

unterstützt von:

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen-Anhalt und weiteren

Wir fordern von der Landesregierung und dem Landtag:

  • sofortige Rücknahme der Kürzung der Bedarfsparameter zur Berechnung der Pädagogischen Mitarbeiter an den Förderschulen in Sachsen-Anhalt und Beendigung der Abordnungen von Pädagogischen Mitarbeitern und Betreuungskräften von den Förderschulen für Körperbehinderte und Sinnesgeschädigte
  • unverzügliche Sicherstellung eine bedarfsgerechten personellen Ausstattung der Förderschulen und Einstellung von Pädagogischen Mitarbeitern für Förderschulen und Grundschulen
  • Sicherstellung von Bildungschancen und Teilhabe auch für Kinder mit Handicap

 

Aktionsbündnis der Eltern von Kindern an Förderschulen für Körperbehinderte und Sinnesgeschädigte

Kontakt:
Silva Preuß
E-Mail: schulelternrat.lbzkoe@gmx.de
Frank J. Biedermann
E-Mail: biedermann-frank@freenet.de

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Eva Gerth neue GEW-Vorsitzende

 

Die außerordentliche Landesdelegiertenkonferenz der GEW Sachsen-Anhalt wählte am 16. September mit großer Mehrheit Eva Gerth zur neuen Vorsitzenden des Landesverbandes. Für sie votierten 96 Prozent der Delegierten. Außerdem wurde eine Resolution für gute Arbeit in der Bildung in Sachsen-Anhalt einstimmig verabschiedet.

Bisher war Gerth im Landesvorstand zuständig für den Tarifbereich sowie Vorsitzende des Lehrerhauptpersonalrates beim Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt. In ihrer ersten Rede als neugewählte Landesvorsitzende dankte sie für das große Vertrauen, das sich in dem guten Ergebnis ausdrücke.

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