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Equal Pay Day: Endlich Ungleichbehandlung der Grundschullehrkräfte beenden!

„Als Bildungsgewerkschaft nehmen wir den Equal Pay Day erneut zum Anlass für die Forderung, die Grundschullehrkräfte endlich wie alle anderen Lehrkräfte zu bezahlen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Sachsen-Anhalts mit Bezug auf den Equal Pay Day am kommenden Montag, dem 18. März.

Die zu über 90 Prozent von Frauen ausgeübte Tätigkeit wird in Sachsen-Anhalt – im Unterschied zu anderen Bundesländern – immer noch zwei Vergütungsgruppen niedriger als die an den anderen Schulformen bezahlt. So beträgt der Unterschied zwischen der Entgeltgruppe 11 (Grundschule) und der Entgeltgruppe 13 (andere Schulformen) in der Stufe 1 im Jahreseinkommen 2019 3.380 Euro und in der Stufe 6 sogar 4.909 Euro. Ein von der GEW eingeholtes Gutachten spricht hier von mittelbarer Diskriminierung.

Hinzu kommt, dass die Lehrverpflichtung bei 27 Unterrichtsstunden (andere Schulformen 25) liegt, und in den letzten Jahren durch Integration, Inklusion und durch den Lehrkräftemangel deutlich höhere Belastungen wegzutragen sind. Die akademische Ausbildung der Lehrkräfte ist für alle Schulformen gleichermaßen anspruchsvoll.
„Wir fordern deshalb auch weiterhin A13/E13 für alle Lehrkräfte als Grundeingruppierung“, betonte Eva Gerth. Da eine solche Neuregelung per Beamtenrecht vollzogen werden muss, erinnerte sie die Landesregierung an ihre Pflichten: Männer und Frauen sind nach Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
Angesichts des Lehrkräftemangels wäre die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern auch ein Schritt zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrberufs generell und vielleicht auch Anreiz, dass sich Männer für das Grundschullehramt entscheiden.

Anmerkung:
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland aktuell 21 Prozent. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen) – damit fällt der Equal Pay Day auf den 18. März.

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