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1 month ago
Wie bewertet die GEW diese Aktion?

Die Aktion wirkt wie ein versuchter Befreiungsschlag, mit dem man sich billig von einer riesigen Zahl von Mehrzeiten illegal lösen will. Die Vergütungssätze sind willkürlich in Höhe und nach Schulform festgelegt und liegen weit unterhalb der tatächlichen Beträge. Gleichzeitig sollen die Beschäftigten so preiswert animiert werden, sich weiterhin grenzenlos ausbeuten zu lassen. Den Lehrerinnen und Lehrern wird ihre geleistete Arbeit weit unter Wert abgekauft. Viele werden sich für die Auszahlung entscheiden, weil sie für einen Kampf um Freizeitausgleich weder Kraft noch Zeit haben, wird man doch hierfür letzten Endes Gerichte bemühen müssen.  

Diese Aktion ist kurzsichtig, unbillig und ohne jeden Fürsorgegedanken gegenüber den Lehrkräften. Sie zeigt, dass die Not an den Schulen viel größer ist, als Tullner dies zugibt. 


1 month ago
Wie sind die Beträge für eine Unterrichtsstunde entstanden?

Dieses Geheimnis kann nur die Landesregierung beantworten, sie legt diese Beträge in der Mehrarbeitsvergütungsverordnung frei fest. Leider gelten diese ebenso für Angestellte, weil für Lehrkräfte alle Arbeitszeitregelungen wie für Beamte gelten. 


1 month ago
Wie sind die Regelungen für Teilzeitbeschäftigte genau?

Die Umrechnung von der wöchentlichen Arbeitszeit in die monatliche erfolgt mit dem Faktor 4,348. Eine Lehrkraft mit 25 Stunden Unterrichtsverpflichung hat also eine monatliche Arbeitszeit von 108,7 Unterrichtsstunden. Eine Lehrkraft mit Teilzeit von 23/25 hat dann eine monatliche Arbeitszeit von 100 Unterrichtsstunden. Der Unterschied zwischen beiden beträgt also 8,7 Stunden monatlich.

Wenn die Teilzeitbeschäftigte nun 128 Stunden Mehrzeiten erarbeitet hat, kommen 48 Stunden zur Vergütung in Frage. Diese werden durch 12 Monate geteilt, damit wurden monatlich 4 Stunden mehr gearbeitet. Da damit die Vollbeschäftigung nicht überschritten wird, werden diese zum realen Wert ausgezahlt. Real bedeutet, monatlicher Bruttoverdienst geteilt durch monatliche Arbeitzeit, hier im Beispiel 100, ergibt den Stundensatz, der zur Anwendung für alle 48 Stunden kommt.

Erst bei Überschreitung von 184,4 Stunden Mehrzeit im Jahr "kippt" die Berechnung. (184,4 - 80 = 104,4 Stunden, diese auf 12 Monate verteilt macht 8,7 Stunden monatlich.) Die Vollbeschäftigung ist erreicht. Jede Stunde über den im Beispiel 184,4 Stunden wird nach dem Satz aus der Mehrarbeitsvergütungsverordnung und damit unter Wert gezahlt.  

Jede teilzeitbeschäftigte Lehrkraft kann ihren "Kipp-Punkt" wie folgt berechnen: 

wöchentliche Unterschiedsstunden mal 4,348 mal 12 plus 80  darüber "kippt" die Berechnung 
Beispiel 23/27 also 4 mal 4,348 mal 12 plus 80 = 288,7 Stunden Bis 288,7 werden 208,7 Stunden voll vergütet, jede weitere Stunde erheblich schlechter "bezahlt".

 

 


1 month ago
Müssen Schulleitungen befürchten, "angezählt zu werden", weil die Höchststundenzahl überschritten wurde?

Es wurde ausdrücklich erklärt, dass dies nicht passieren soll. Schließlich mussten die Schulleitungen entscheiden, entweder die Arbeitszeitregelungen einzuhalten und Unterricht ausfallen zu lassen oder die Arbeitszeitregelung zu ignorieren und im Sinne der Schule und der Schülerinnen und Schüler den nötigen Unterricht vorzuhalten. Das Land will anerkennen, dass sich Schulleitungen oft für letzteres entschieden haben, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Wir wollen dies nicht weiter bewerten, allerdings kann das mit Sicherheit keine Ermunterung sein, weiter so zu verfahren.


1 month ago
Welche Zeiten kommen zur Auszahlung?

Zur Vergütung können alle Mehrzeiten kommen, die am 31.07.2018 über die Anzahl von 80 Stunden übersteigen. Die Zahl 80 ist die Höchststundenzahl, die sich aus der Arbeitszeitverordnung Lehrkräfte und dem so genannten Flexi-Erlass ergibt. 

Bei Teilzeitbeschäftigten wird der die Zahl 80 übersteigende Anteil an Mehrzeiten fiktiv auf 12 Monate verteilt. Die Beschäftigten erhalten bis zur Vollbeschäftigung anteilig einen Ausgleich nach TV-L, die dann noch übersteigende Zahl wird als Mehrarbeit vergütet. 


1 month ago
Wo findet man die Geltendmachungen?

Die Formulare sind nur verfügbar, wenn man sich vorher als GEW-Mitglied eingeloggt hat (Zuvor Cookies akzeptieren!).

Geltendmachung Auszahlung Mehrarbeit

Geltendmachung Freizeit Mehrarbeit


2 months ago
Meine Frage wird hier leider nicht beantwortet.

Schreiben Sie uns eine eMail mit Ihrer Frage an frage.die@gew-sachsenanhalt.net. Wir werden sie so schnell wie möglich hier mit aufnehmen und beantworten.


2 months ago
Verzichtet man auf die Mehrzeiten, wenn man nichts beantragt?

Nein. Es besteht keine Pflicht zur Beantragung und Auszahlung. Wer sich nicht für Auszahlung entscheidet, hat nach wie vor Anspruch auf entsprechenden Freizeitausgleich. Es könnte sinnvoll sein, diesen Anspruch gleichzeitig geltend zu machen und auf den Ausgleich zu drängen. Dieser kann nur so abgegolten werden, in dem die Lehrkraft Unterricht, den sie erteilen müsste, nicht erteilen braucht. So bringt eine Woche vor den Ferien kein Unterricht im Normalfall 25 oder 27 Stunden Ausgleich.  


2 months ago
Muss man die Auszahlung beantragen? Gibt es Fristen?

Die Auszahlung muss schriftlich mit Formblatt beantragt werden, die Schulleiterin oder der Schulleiter muss die Anzahl der geleisteten Stunden bestätigen und das Formblatt an das Landesschulamt weiterleiten. Die Frist hierzu ist der 9. November 2018, es reicht aus, wenn der bestätigte Antrag an diesem Tage vorab per Fax beim Landesschulamt vorliegt.


2 months ago
Wie weit ist diese Aktion mit der GEW oder den Personalräten besprochen?

Die ganze Aktion ist einmal wieder eine tullnersche "Hau-Ruck-Aktion", mit keinem ab- oder besprochen. Obwohl die Anordnung von Mehrarbeit der Mitbestimmung der Personalvertretung unterliegt, wurde die Maßnahme ohne jede Einflussnahme der Personalräte umgesetzt, alle wurden nur "in Kenntnis gesetzt". Auch mit der GEW wurde nichts besprochen. 


2 months ago
Welcher Betrag wird für eine Stunde zu Grunde gelegt?

Die Höhe der Vergütung ergibt sich aus der "Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt über die Gewährung von Mehrarbeitsvergütung (Mehrarbeitsvergütungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt - MVergV LSA -)" Danach erhalten derzeit 

1. Inhaberinnen und Inhaber von Lehrämtern, soweit sie nicht unter die Nummern 2 bis 4 fallen,    19,20 Euro,

2. Inhaberinnen und Inhaber von Lehrämtern, deren Einstiegsämter mindestens der Besoldungsgruppe A 12 zugeordnet sind,    23,82 Euro,

3. Inhaberinnen und Inhaber von Lehrämtern an Förderschulen in der Besoldungsgruppe A 13    28,26 Euro,

4. Studienrätinnen und Studienräten an Gymnasien und an berufsbildenden Schulen    33,03 Euro.

pro Unterrichtsstunde und als Bruttobetrag.


2 months ago
Wen betrifft die Auszahlung von Mehrzeiten?

Die mögliche Auszahlung betrifft tarifbeschäftigte und beamtete Lehrkräfte. Die Regelung ist die gleiche. 

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